Die ehemalige Wassermühle in Mücheln, unweit des Geiseltalsees, befindet sich in einem Transformationsprozess. Neben
drei Ferienwohnungen entsteht mit der „Kreativmühle“ ein öffentlich nutzbarer Ort, der künftig Raum für Bildung,
Kreativangebote, Café- und Loungeformate sowie Märkte bietet. Die Herausforderung lag darin, diese unterschiedlichen
Nutzungen innerhalb eines historischen Bestands zu bündeln, ohne dessen Charakter zu überformen.
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Ziel war die Entwicklung eines multifunktionalen Raumkonzepts, das maximale Flexibilität ermöglicht und zugleich den gewachsenen Bestand respektiert. Der Altbau sollte nicht überarbeitet, sondern lesbar bleiben – als atmosphärischer Rahmen für wechselnde Inhalte. Gestaltung wurde dabei als Mittel verstanden, Nutzungsoffenheit zu schaffen, ohne dem Raum eine feste Funktion zuzuschreiben.
Der Entwurf setzt auf einen bewussten Umgang mit der vorhandenen Substanz. Das unregelmäßige Mauerwerk bleibt sichtbar und wird lediglich ausgebessert; großflächige weiße Wandbereiche schaffen Ruhe und dienen als neutraler Hintergrund für unterschiedliche Veranstaltungsformate. Teilweise freigelegte Wandflächen setzen gezielte Akzente und betonen die Materialität des Bestands. Eine neu eingefügte Fensterfront an Stelle des ehemaligen Tores öffnet den Raum, ermöglicht Blickbeziehungen und sorgt für zusätzliche Belichtung.
Alle neu eingebrachten Elemente sind klar vom Bestand abgesetzt. In ihrer reduzierten, schwarzen Gestaltung treten sie bewusst in den Hintergrund und lassen dem Raum seine rohe Präsenz. Diese Haltung setzt sich auch in der Möblierung fort: Der Raum bleibt weitgehend leer und wird je nach Nutzung temporär aktiviert. Zentrales Element des Konzepts sind mobile, nutzungsspezifische Wagen, die bei Bedarf in den Raum geschoben werden. Nicht benötigte Module werden in einer Scheune auf dem Gelände gelagert.
Die Wagen bestehen aus schwarz pulverbeschichtetem Vierkantstahl, kombiniert mit Korpussen und Arbeitsflächen aus Multiplex mit Eichenfurnier. Ergänzt wird die Materialität durch schwarze Gitterelemente zur flexiblen Nutzung sowie farbige Leuchtenkabel als gezielte Akzente. Gelbe Stühle und weiße Tische setzen einen bewussten Kontrast zur ansonsten zurückhaltenden Gestaltung. Das Lichtkonzept ist ebenso variabel wie die Möblierung und ermöglicht durch Schalten und Dimmen unterschiedlicher Leuchten immer neue atmosphärische Situationen.
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